Inhaltsverzeichnis

  1. Auslöser des Zähneknirschens
  2. Stress & psychische Faktoren als Ursache
  3. Fehlregulationen der Kiefergelenke
  4. Prothetische Ursachen
  5. Zähneknirschen durch erhöhten Koffein- oder Alkoholkonsum
  6. Chronische und akute Schlafstörungen
  7. Typische Begleitbeschwerden von Zähneknirschen
  8. Biofeedback zur Behandlung des Zähneknirschens

Unbewusstes Zähneknirschen – ob tagsüber oder im Schlaf – wird fachsprachlich als exzentrischer Bruxismus bezeichnet: Dabei entfalten die Kaumuskeln enorme Kraft, die Zähne werden zusammengepresst und durch seitliche Mahlbewegungen gegeneinander gerieben. Fehlen diese Mahlbewegungen, spricht man vom zentrischen Bruxismus bzw. Kieferpressen.1

Das Zähneknirschen kann zu vielfältigen Gesundheitsproblemen führen, doch oft dauert es geraume Zeit, bis die Betroffenen es als Ursache identifizieren – und dann stellt sich natürlich die Frage, wodurch das Knirschen ausgelöst wird:

  • Zähneknirschen als Symptom: Bruxismus kann psychosomatisch auftreten, vor allem als Stresssymptom, aber auch als Folge von Zahn- und Kieferfehlstellungen, starkem Genussmittelkonsum oder Schlafstörungen. Hier spricht man von sekundärem Bruxismus.
  • Zähneknirschen ohne Grund: Wenn sich keine erkennbare Ursache finden lässt, spricht man von idiopathischem bzw. primärem Bruxismus.
  • Biofeedback gegen Zähneknirschen: Wenn das unbewusste Knirschen mit wahrnehmbarem Feedback gekoppelt wird, lässt sich die Häufigkeit und Dauer der Bruxismus-Ereignisse messbar reduzieren – mit der bruXane Biofeedback-Zahnschiene funktioniert das sogar im Schlaf!

Knirschen auch Sie im Schlaf mit den Zähnen und fragen sich, welche Ursache dahinter stecken könnte? Der folgende Text stellt die bekannten Ursachen im Einzelnen vor und geht anschließend kurz auf die Symptome und Behandlungsmöglichkeiten bei Bruxismus ein.

Einen ausführlichen Überblick über die Formen und Auswirkungen von Bruxismus finden Sie hier: Bruxismus: Knirschen und Pressen mit Folgen.

Mögliche Auslöser für das Zähneknirschen


Die Frage nach den Ursachen des Zähneknirschens ist eine wichtige Voraussetzung für die Erarbeitung einer wirksamen und nachhaltigen Bruxismus-Therapie:

  • Wenn trotz umfänglicher Diagnostik kein Zusammenhang mit körperlichen oder mentalen Faktoren gefunden werden kann, handelt es sich um primären Bruxismus.
  • Wenn ein oder mehrere Einflussfaktoren erkennbar sind, spricht man von sekundärem Bruxismus.2

In vielen Fällen entsteht Bruxismus als Folge psychischer Belastungen, insbesondere Stress. Häufig werden auch physische Probleme im Bereich von Zähnen und Kiefer als mögliche Ursache für das Zähneknirschen diskutiert. Zudem zeigen wissenschaftliche Studien, dass der übermäßige Konsum von Genussmitteln und auch Schlafstörungen als Auslöser bzw. Verstärker von Bruxismus in Frage kommen.

Stress und psychische Faktoren gehören zu den häufigsten Auslösern von Zähneknirschen

Wer etwas ‘zähneknirschend’ hinnimmt, unterdrückt Ärger und Frust und verlagert diesen Druck auf die körperliche Ebene – hier ist die bekannte Redewendung ebenso anschaulich wie medizinisch zutreffend. Der bewusst erlebte Stress führt dabei häufiger zu unbewusstem Zähneknirschen im Wachzustand – der verdrängte Stress ist eher Ursache für nächtliches Zähneknirschen.3

Mehr über das Thema Stress und seine körperlichen Auswirkungen lesen Sie in diesem Beitrag: “Stress als Ursache für Bruxismus”.

Eine Fehlregulationen der Kiefergelenke

Das Zähneknirschen tritt oft auch in Verbindung mit den klassischen Leitsymptomen einer Craniomandibulären Dysfunktion (CMD) auf:

  • Schmerzen von Kaumuskulatur & Kiefergelenken
  • Knack- & Knirschgeräuschen in den Kiefergelenken und
  • eingeschränkter Beweglichkeit des Unterkiefers.4

Dass die Überbeanspruchung von Kiefergelenk & Kaumuskulatur beim nächtlichen Zähneknirschen die CMD-typischen Kopf- und Gesichtsschmerzen hervorrufen kann, lässt sich durch Studien recht gut belegen.5 Die Frage, ob umgekehrt eine Fehlstellung bzw. Fehlfunktion der Kiefergelenke als Ursache für das Zähneknirschen gelten kann, wird aktuell noch uneinheitlich bewertet. Hier lesen Sie mehr dazu: “Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD)”.

Prothetische Ursachen

Die Annahme, dass eine inkorrekte Bisslage (Okklusion) Ursache für den Bruxismus sei und somit eine zahnärztliche Korrektur auch das Zähneknirschen ‘abstellen’ könne, war früher weit verbreitet, musste aber zunehmend revidiert werden.6

Dennoch ist es im Einzelfall nicht auszuschließen, dass Fehlstellungen einzelner oder mehrer Zähne und/oder prothetische Fehler wie bspw. zu große Zahnfüllungen oder Kronen das Zähneknirschen befördern können – quasi im unbewussten Versuch, die Fehlstellung durch Abschleifen zu korrigieren. Hier ist stets eine zahnärztliche Untersuchung anzuraten!

Ein erhöhter Konsum von Koffein oder Alkohol kann Zähneknirschen begünstigen

Dass bestimmte Medikamente wie auch illegale Drogen wie Ecstasy das Zähneknirschen auslösen und/oder verstärken können, ist durch zahlreiche Studien belegt.7

Interessanterweise können jedoch auch legale Genussmittel als Bruxismus-Ursache wirken. Eine Literaturstudie zum Auftreten von Schlafbruxismus ergab ein:

  • 1,5-faches Risiko bei starken Kaffeetrinkern (> 8 Tassen am Tag),
  • 2-faches Risiko bei Alkoholkonsum,
  • mehr als 2-faches Risiko bei Rauchern.8

Chronische und akute Schlafstörungen als mögliche Ursachen

Schlafstörungen können verschiedene Formen annehmen, vom unterbrochenen Schlaf über die Schlaflosigkeit bis hin zum wenig erholsamen Schlaf aufgrund von Atemstörungen (Schlafapnoe).

  • Bei Heranwachsenden tritt Schlafbruxismus gehäuft in Verbindung mit Schlafunterbrechungen und insb. Schnarchen auf.9
  • Bei Erwachsenen ist die obstruktive Schlafapnoe mit einem 4-fach erhöhten Bruxismus-Risiko verbunden.10 Wichtig: Beim Auftreten nächtlicher Atemaussetzer oder anderweitigem Verdacht auf eine Schlafapnoe sollte stets ein Arzt konsultiert werden, um ggf. geeignete Behandlungsmaßnahmen einzuleiten. Zudem sollte die Bruxismus-Therapie bei Apnoe-Patienten, ob mittels Biofeedback oder anderen Methoden, nur in Rücksprache mit dem behandelnden Facharzt durchgeführt werden.

Typische Begleitbeschwerden von Zähneknirschen


Das Zähneknirschen verursacht oft deutlich hörbare Reibe- und Mahlgeräusche, die das Abschleifen der Zahnoberflächen nur zu gut erahnen lassen. Daneben können auch weitere zahnmedizinische Probleme, wie bspw. Absplitterungen der Schmelzschicht, auftreten.

Der Bruxismus kann sich jedoch auch auf andere Körperbereiche auswirken – vom Kopfschmerz über Kaubeschwerden bis hin zum steifen Nacken und Schulterschmerzen.11

Eine ausführliche Auflistung finden Sie hier: Diese Symptome können auf Bruxismus hindeuten.

Gezielte Behandlung von Zähneknirschen mit der Biofeedback-Schiene


Die Therapie bei Wachbruxismus umfasst häufig psychologische Trainingsmethoden, bei Schlafbruxismus dagegen wird klassischerweise eine Zahnschiene verschrieben.

Wesentlich wirksamer als die klassische Knirscherschiene, die vor allem die Zähne schont, ist die innovative bruXane Biofeed-Zahnschiene: Sie schützt nicht nur die Zahnoberflächen, sondern kann auch die Häufigkeit und Dauer des nächtlichen Zähneknirschens messbar reduzieren und das Allgemeinbefinden erheblich verbessern.12 Hier finden Sie weitere Informationen:

  • Das Einsteigermodell zum Testen: bruXane 2go
  • Maßgefertigt für hohen Tragekomfort: bruXane personal

Die Wirkung von bruXane beruht auf dem bewährten Biofeedback-Konzept, das eine Veränderung unbewusster Verhaltensweisen durch die Koppelung an eine wahrnehmbare Rückmeldung anstrebt.13 Wie das funktioniert – sogar im Schlaf – lesen Sie mehr: Biofeedback – Theorie & Behandlungsablauf.

Wissenschaftliche Quellen


1 Manuela Motzko, Melanie Weinert, Ulrike Albrecht: Kiefergelenk und Kaustörungen. Ein multidisziplinäres Praxisbuch. Springer-Verlag 2019, S. 57-58. 

2 Deutsches Zitat lt. Deutsche Gesellschaft für Funktionsdiagnostik und -therapie in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGFDT) und Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK): Diagnostik und Behandlung von Bruxismus. S3-Leitlinie, Langversion, S.9-10. AWMF-Registernummer: 083-027. Stand: Mai 2019. URL: https://www.dgzmk.de/documents/10165/1373255/083-027_S3_Bruxismus_Langversion.pdf/523e36be-0eef-440f-83d6-9b19e1b0a284 (im Folgenden: S3-Leitlinie “Bruxismus”). 

3 Gundula Johnke: Psychische Aspekte dentaler Parafunktionen: Knirschen - Mahlen - Pressen. Schlütersche 2000, S. 27 ff. 

4 Paul Ridder: Craniomandibuläre Dysfunktion. Interdisziplinäre Diagnose- und Behandlungsstrategien. Elsevier Health Sciences 2019, S. 6-7. 

5 S3-Leitlinie “Bruxismus”, S. 41-48. 

6 Anne Wolowski: Psychosomatische Medizin und Psychologie für Zahnmediziner. Schattauer Verlag 2010, S. 137 ff. 

7 S3-Leitlinie “Bruxismus”, S. 13-14. 

8 Bertazzo-Silveira E, Kruger CM, Porto De Toledo I, Porporatti AL, Dick B, Flores-Mir C, et al.: Association between sleep bruxism and alcohol, caffeine, tobacco, and drug abuse: A systematic review. In: Journal of the American Dental Association 11/2016; vol. 147, S, 859-866. https://doi.org/10.1016/j.adaj.2016.06.014 

9 5. Castroflorio T, Bargellini A, Rossini G, Cugliari G, Deregibus A.: Sleep bruxism in adolescents: a systematic literature review of related risk factors. In: European Journal of Orthodontics 2017;39, S. 61-68. DOI: 10.1093/ejo/cjw012 

10 Hosoya H, Kitaura H, Hashimoto T, Ito M, Kinbara M, Deguchi T, et al.: Relationship between sleep bruxism and sleep respiratory events in patients with obstructive sleep apnea syndrome. In: Sleep and Breathing 18/2014, S. 837-844. https://doi.org/10.1007/s11325-014-0953-5 

11 Gundula Johnke: Psychische Aspekte dentaler Parafunktionen: Knirschen - Mahlen - Pressen. Schlütersche 2000, S. 20-21. 

12 Bergmann, A., Edelhoff, D., Schubert, O. et al.: Effect of treatment with a full-occlusion biofeedback splint on sleep bruxism and TMD pain: a randomized controlled clinical trial. In: Clinical Oral Investigations, 2020, 24, S. 4005–4018, https://doi.org/10.1007/s00784-020-03270-z, Volltext als PDF: https://link.springer.com/epdf/10.1007/s00784-020-03270-z?sharing_token=7_Bx_T49DrJkiRxLbkIm6Pe4RwlQNchNByi7wbcMAY6jYXvk0gl_2A1tEncgaQ4zftEF2hRo68zP-K_-9tlLvCSH91BtQVh1cFe6dAnviMgVsUQktXOT4NM00ZMrySm7HpK6_FGZwQ8fOs1lsePOX-vb-NlrtLxjTAoZaTdvRDE%3D  

13 Winfried Rief, Niels Birbaumer: Biofeedback. Grundlagen, Indikationen, Kommunikation, Vorgehen. Klett-Cotta 2018, S.1-2.